Kritik

Das Problem mit Kritiken – egal, ob für Bücher oder Filme oder irgedetwas anderes – ist, daß es sich naturgemäß um subjektive Meinungen handelt. Ein Werk gefällt einem Kritiker oder nicht.

Mir ist das gerade bei der Serie „For all Mankind“ aufgefallen, die relativ viele negative Bewertungen bekommen hat. Mir gefällt sie nach der relativ langsamen ersten Episode.

Aber hier ist ein unauflöslicher Widerspruch: Kritiker bewerten ein Werk und das Publikum wünscht sich solche Bewertung. Gleichzeitig können meine individuellen Präferenzen komplett anders sein als die der Kritiker.

Was bedeutet das nun? Kritiken müssen meiner Meinung nach nicht nur die Bewertung des Kritikers/der Kritikerin enthalten, sondern auch erklären, warum sie zu dieser Auffassung gekommen sind. Dann haben wir als Publikum eine größere Chance, die Kritik als hilfreich für unser eigenes Urteil zu erleben.

Nörgeln

Ich frage mich, woher eigentlich in letzter Zeit dieses Bedürfnis so vieler im Internet stammt, über alles und jedes zu nörgeln. Was ich damit meine? Wenn ein Sportler einen Wettkampf gewonnen hat, kommentiert garantiert jemand, daß der Sportler aber diesen oder jenen Wettbewerb nicht gewonnen hätte.

Wenn ein Unternehmen ein neues Produkt herausbringt, wird genörgelt, das sei zu teuer, technisch bereits überholt oder es bräuchte kein Mensch.

Wenn ich ein Buch veröffentliche, wird genörgelt, es sei zu lang, zu kurz, nicht spannend genug, die Story gäbe es bereits bei xyz…

Warum ist das so? Warum haben Leute das Bedürfnis, immer ein Haar in der Suppe zu finden? Und warum glauben sie eigentlich, daß andere das interessiert? Wenn mir eine Sendung im Fernsehen nicht gefällt, schalte ich aus oder um und behellige nicht die Öffentlichkeit mit meiner ganz privaten Meinung.

Secret world(s)

Ich habe gerade einen sehr interessanten Podcast über Fast Radio Bursts gehört. Danach habe ich darüber nachgedacht, daß diese ein gutes Beispiel für Realitäten sind, die wir auch in unser modernen, aufgeklärten und wissenschaftlichen Welt nicht kennen, obwohl sie existieren. Erst vor wenigen Jahren wurden sie entdeckt und waren doch die ganze Zeit vorher bereits da.

Wir sollten uns dann und wann daran erinnern, daß wir nicht alles wissen und erkennen, was existiert.

Ungelebte Leben

Ich lese gerade von Jeffrey Archer „Heads you win“. Das Buch folgt einer genialen Idee: welches Leben hätten wir eigentlich gelebt, wenn wir uns an einer bestimmten Stelle anders entschieden hätten? Ich finde es faszinierend, darüber nachzudenken, denn jeder trifft mehrfach im Leben Entscheidungen, die ihn oder sie auf einen Weg bringen, den es mit einer anderen Entscheidung (Partner, Beruf, Wohnort…) nicht gegeben hätte…

Einsamkeit

Einsamkeit und Langeweile haben gemeinsam, daß sie negativ besetzt sind und als zu vermeidende Übel gelten. Dabei wissen wir, daß zum Beispiel Kreativität eher aus Langeweile entspringt als aus Streß und Druck.

Zeiten der Einsamkeit können helfen, zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen.

Sommer

Ich habe gerade gesehen, daß mein letzter Post nun schon viele Monate alt ist. Dabei bin ich gerade – endlich wieder – recht aktiv: der zweite Teil von „Quo Vadis“ ist zur Hälfte fertig und die Ideen reichen locker für den Rest.

Mich macht ehrlich gesagt aber die aktuelle Hitze fertig. Grundsätzlich liebe ich den Sommer und die Sonne, aber nach mehreren Stunden bei 30 Grad arbeitet mein Gehirn definitiv und deutlich eingeschränkt.

Feiertage

Heute ist mir zum ersten Mal der Verdacht gekommen, daß es Leute gibt, die nach der erfolgreichen Einführung von Halloween in Deutschland dafür sind, nun auch Thanksgiving übernommen werden soll. Im Radio hörte man davon und ich bekam die eMail einer Firma, die sich bei ihren Kunden anläßlich des Erntedankfestes (!) bei ihren Kunden bedankt.

Vertrauen

Kindern ist am Anfang gar nichts anderes bekannt. Erst durch Enttäuschungen lernen sie, daß sie nicht Jedem und Jeder vertrauen können. Dabei ist Vertrauen die Grundlage unserer Existenz.

In unserer Sprache vergleichen wir das Vertrauen mit einem Lebewesen, denn wir sagen „Vertrauen muß wachsen“. Aus einem kleinen Samenkorn kann so ein tragfähiger Baum mit vielen Ästen werden.

Ohne Vertrauen ist keine Beziehung zwischen zwei Menschen möglich. Und doch fehlt es vielen Paaren genau daran. Angst und Unsicherheit, Kontrolle und Verdächtigungen sind wie Gift, das die Liebe, die am Anfang stand, zersetzt.

Vertrauen wächst durch Offenheit und schrumpft durch Geheimnisse.

Fehler

Wir haben Angst vor Fehlern. Das ist paradox, denn wir lernen viel mehr – fast alles – aus unseren Fehlern, nicht aus dem Gelingen. Dennoch sind Fehler in den meisten Bereichen unseres Lebens stigmatisiert.

Das Schöne ist doch, daß wir jeden Tag, ja jede Stunde, in jedem Augenblick die Chance haben, Dinge richtig zu machen, egal, wie oft wir sie vorher falsch gemacht haben. Wir können mit jedem Satz das Richtige sagen, egal, wie oft wir vorher daneben lagen.

Jeder Augenblick gibt uns eine neue Chance.