Feiertage

Heute ist mir zum ersten Mal der Verdacht gekommen, daß es Leute gibt, die nach der erfolgreichen Einführung von Halloween in Deutschland dafür sind, nun auch Thanksgiving übernommen werden soll. Im Radio hörte man davon und ich bekam die eMail einer Firma, die sich bei ihren Kunden anläßlich des Erntedankfestes (!) bei ihren Kunden bedankt.

Vertrauen

Kindern ist am Anfang gar nichts anderes bekannt. Erst durch Enttäuschungen lernen sie, daß sie nicht Jedem und Jeder vertrauen können. Dabei ist Vertrauen die Grundlage unserer Existenz.

In unserer Sprache vergleichen wir das Vertrauen mit einem Lebewesen, denn wir sagen „Vertrauen muß wachsen“. Aus einem kleinen Samenkorn kann so ein tragfähiger Baum mit vielen Ästen werden.

Ohne Vertrauen ist keine Beziehung zwischen zwei Menschen möglich. Und doch fehlt es vielen Paaren genau daran. Angst und Unsicherheit, Kontrolle und Verdächtigungen sind wie Gift, das die Liebe, die am Anfang stand, zersetzt.

Vertrauen wächst durch Offenheit und schrumpft durch Geheimnisse.

Fehler

Wir haben Angst vor Fehlern. Das ist paradox, denn wir lernen viel mehr – fast alles – aus unseren Fehlern, nicht aus dem Gelingen. Dennoch sind Fehler in den meisten Bereichen unseres Lebens stigmatisiert.

Das Schöne ist doch, daß wir jeden Tag, ja jede Stunde, in jedem Augenblick die Chance haben, Dinge richtig zu machen, egal, wie oft wir sie vorher falsch gemacht haben. Wir können mit jedem Satz das Richtige sagen, egal, wie oft wir vorher daneben lagen.

Jeder Augenblick gibt uns eine neue Chance.

Erfolg

„Der Erfolg hat viele Väter“, heißt es. Da mag einiges dran sein. Man braucht eine Idee, ein gewisses Talent oder fachliche Fähigkeiten, auf jeden Fall ein wenig Glück, aber vor allem Eines: Hartnäckigkeit.

Je älter ich werde, desto klarer wir mir, daß es vor allem diese eine Eigenschaft ist, die erfolgreiche von erfolglosen Menschen unterscheidet: die Fähigkeit, Rückschläge wegzustecken, sich nicht entmutigen zu lassen und Schwierigkeiten zu überwinden. Egal ob es im Sport, im Beruf, in der Beziehung oder bei anderen Projekten ist: niemals aufgeben!

Veränderung

Wir verändern uns. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Wir sind eine untrennbare Einheit aus Konstanten und Variablen. Diese Mischung ist es, was andere als unsere Persönlichkeit wahrnehmen.

Auch wenn es uns nicht gefällt – die meisten Veränderungen haben ihre Ursachen in negativen Erfahrungen. Wenn uns etwas Angst gemacht hat, meiden wir es in Zukunft. Wenn wir etwas Falsches gesagt oder getan haben, werden wir künftig versuchen, es anders zu sagen oder zu tun.

Jeder ist wohl schon einmal in der Situation gewesen, sich zu wünschen, der Partner oder die Partnerin möge sich ändern. Vielleicht wird er oder sie das uns zuliebe auch tun. Aber wir fragen uns nur ganz selten, warum der oder die andere eigentlich sich so und nicht anders verhält.

Selbst gedankenlos dahingesagte Sätze sind Ausdruck einer Einstellung. Vergessene Termine zeigen, was wichtig ist und was nicht.

Es ist unsere Aufgabe, darüber nachzudenken, wie wir damit umgehen wollen. Je eher wir die Hoffung aufgeben, der oder die andere sollte sich ändern, desto besser. Es ist unsere eigene Haltung, um die es geht, denn sie ist die einzige, auf die wir tatsächlich einen Einfluß haben.

Sommerzeit

Endlich sind die Uhren wieder umgestellt und es ist lange hell. Ich muss sagen, daß ich das in jedem Winter schmerzlich vermisse und dann im März fast die Tage zähle, bis es endlich wieder losgeht. Allerdings habe ich mit der Zeitumstellung auch keinerlei Probleme, insofern fällt es mir vielleicht leichter als anderen, die über diverse Dinge klagen.

Grundsätzlich fühle ich mich dem Süden sehr verbunden – Sonne, Wärme, Lebensart. Nur das lange Tageslicht im Sommer spricht für den Norden.

Es geht weiter

Im ersten Teil der „Quo Vadis“-Reihe habe ich beschrieben, wie Alex und Lisa in eine offene Beziehung stolpern. Nichts war geplant oder durchdacht. Manche Stolperschritte taten weh – ihm oder ihr. Es bleibt offen, ob sie diesen Weg weitergehen wollen und wohin er sie am Ende führen wird. Gibt es ein Ziel?

Das Schöne ist, daß ich es selbst noch nicht weiß. Ihre Geschichte entfaltet sich beim Schreiben. Gerade erleben die beiden neue Konstellationen, die bislang Vertrautes in Frage stellen. Aber so ist das in unserem Leben: wir suchen nach Beständigkeit und Halt während uns zugleich das Neue und Unbekannte fasziniert und anzieht. Aus dieser Spannung entsteht das, was wir unsere Lebensgeschichte nennen.

Konflikt

Es gibt etwas, wovor wir uns in unserem eigenen Leben nach Kräften zu schützen versuchen, das uns aber in Büchern und Filmen ausgesprochen reizvoll erscheint: Konflikte. Wenn sich zwei Menschen in einer Beziehung nicht einigen können, wenn Chef und Mitarbeiter, Eltern und Kinder nicht einer Meinung sind: das macht eine gute Geschichte erst richtig lesenswert. Manchmal liegt der Konflikt auch in der Persönlichkeit eines Protagonisten, etwa wenn er in sich Eigenschaften vereint, die uns widersprüchlich erscheinen.

Im ersten Band meiner „Quo Vadis“-Reihe bin ich sehr vorsichtig mit Konflikten umgegangen. Jetzt beim Schreiben des zweiten Teiles werde ich mutiger und gestehe den Akteuren durchaus mehr Streit und widerstrebende Interessen zu. Nicht nur im Krimi ist es für den Leser spannend, erfahren zu wollen, wie ein Handlungsstrang ausgeht. Wenn alles vorhersehbar ist, geht diese Spannung verloren.

Und wenn wir ehrlich sind: auch in unserem Leben ist nicht alles vorhersagbar. Und das ist gut so.

Fantasie

Ohne Fantasie gäbe es keine Literatur, keine Bilder, keine Filme. Kinder bringen die Fähigkeit zum Fantasieren mit und haben große Freude daran, sie einzusetzen. Sie versetzen sich in Rollen und Situationen. Irgendwann beginnen die Erwachsenen dann, ihnen das Fantasieren schlecht zu machen. Warum eigentlich?

Vermutlich ist es die Sorge, sich nicht genügend mit der realen Welt – was auch immer das sein mag – zu befassen. „Was soll mal aus Dir werden?“ heißt es dann. Später bemühen wir uns, unsere Fähigkeit zum Fantasieren wieder auszugraben und zu fördern. Dabei ist Fantasie doch eine intellektuelle Fähigkeit: sie setzt voraus, daß der Fantasierende seine Umgebung ausblendet, sich von ihr löst und rein geistig eine eigene Wirklichkeit erschafft. Fantasie ist Kreativität, ist aktives Hervorbringen. Was ist schlecht daran?