Veränderung

Wir verändern uns. Nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Wir sind eine untrennbare Einheit aus Konstanten und Variablen. Diese Mischung ist es, was andere als unsere Persönlichkeit wahrnehmen.

Auch wenn es uns nicht gefällt – die meisten Veränderungen haben ihre Ursachen in negativen Erfahrungen. Wenn uns etwas Angst gemacht hat, meiden wir es in Zukunft. Wenn wir etwas Falsches gesagt oder getan haben, werden wir künftig versuchen, es anders zu sagen oder zu tun.

Jeder ist wohl schon einmal in der Situation gewesen, sich zu wünschen, der Partner oder die Partnerin möge sich ändern. Vielleicht wird er oder sie das uns zuliebe auch tun. Aber wir fragen uns nur ganz selten, warum der oder die andere eigentlich sich so und nicht anders verhält.

Selbst gedankenlos dahingesagte Sätze sind Ausdruck einer Einstellung. Vergessene Termine zeigen, was wichtig ist und was nicht.

Es ist unsere Aufgabe, darüber nachzudenken, wie wir damit umgehen wollen. Je eher wir die Hoffung aufgeben, der oder die andere sollte sich ändern, desto besser. Es ist unsere eigene Haltung, um die es geht, denn sie ist die einzige, auf die wir tatsächlich einen Einfluß haben.

Sommerzeit

Endlich sind die Uhren wieder umgestellt und es ist lange hell. Ich muss sagen, daß ich das in jedem Winter schmerzlich vermisse und dann im März fast die Tage zähle, bis es endlich wieder losgeht. Allerdings habe ich mit der Zeitumstellung auch keinerlei Probleme, insofern fällt es mir vielleicht leichter als anderen, die über diverse Dinge klagen.

Grundsätzlich fühle ich mich dem Süden sehr verbunden – Sonne, Wärme, Lebensart. Nur das lange Tageslicht im Sommer spricht für den Norden.

Es geht weiter

Im ersten Teil der „Quo Vadis“-Reihe habe ich beschrieben, wie Alex und Lisa in eine offene Beziehung stolpern. Nichts war geplant oder durchdacht. Manche Stolperschritte taten weh – ihm oder ihr. Es bleibt offen, ob sie diesen Weg weitergehen wollen und wohin er sie am Ende führen wird. Gibt es ein Ziel?

Das Schöne ist, daß ich es selbst noch nicht weiß. Ihre Geschichte entfaltet sich beim Schreiben. Gerade erleben die beiden neue Konstellationen, die bislang Vertrautes in Frage stellen. Aber so ist das in unserem Leben: wir suchen nach Beständigkeit und Halt während uns zugleich das Neue und Unbekannte fasziniert und anzieht. Aus dieser Spannung entsteht das, was wir unsere Lebensgeschichte nennen.

Konflikt

Es gibt etwas, wovor wir uns in unserem eigenen Leben nach Kräften zu schützen versuchen, das uns aber in Büchern und Filmen ausgesprochen reizvoll erscheint: Konflikte. Wenn sich zwei Menschen in einer Beziehung nicht einigen können, wenn Chef und Mitarbeiter, Eltern und Kinder nicht einer Meinung sind: das macht eine gute Geschichte erst richtig lesenswert. Manchmal liegt der Konflikt auch in der Persönlichkeit eines Protagonisten, etwa wenn er in sich Eigenschaften vereint, die uns widersprüchlich erscheinen.

Im ersten Band meiner „Quo Vadis“-Reihe bin ich sehr vorsichtig mit Konflikten umgegangen. Jetzt beim Schreiben des zweiten Teiles werde ich mutiger und gestehe den Akteuren durchaus mehr Streit und widerstrebende Interessen zu. Nicht nur im Krimi ist es für den Leser spannend, erfahren zu wollen, wie ein Handlungsstrang ausgeht. Wenn alles vorhersehbar ist, geht diese Spannung verloren.

Und wenn wir ehrlich sind: auch in unserem Leben ist nicht alles vorhersagbar. Und das ist gut so.

Fantasie

Ohne Fantasie gäbe es keine Literatur, keine Bilder, keine Filme. Kinder bringen die Fähigkeit zum Fantasieren mit und haben große Freude daran, sie einzusetzen. Sie versetzen sich in Rollen und Situationen. Irgendwann beginnen die Erwachsenen dann, ihnen das Fantasieren schlecht zu machen. Warum eigentlich?

Vermutlich ist es die Sorge, sich nicht genügend mit der realen Welt – was auch immer das sein mag – zu befassen. „Was soll mal aus Dir werden?“ heißt es dann. Später bemühen wir uns, unsere Fähigkeit zum Fantasieren wieder auszugraben und zu fördern. Dabei ist Fantasie doch eine intellektuelle Fähigkeit: sie setzt voraus, daß der Fantasierende seine Umgebung ausblendet, sich von ihr löst und rein geistig eine eigene Wirklichkeit erschafft. Fantasie ist Kreativität, ist aktives Hervorbringen. Was ist schlecht daran?

 

Leidenschaft

Wenn ich darüber nachdenke, was mir am Arbeiten wichtig ist, fällt mir spontan Veränderung ein: ich mag es, mich auf Neues einzulassen, mich in bisher unbekannte Themen einzuarbeiten. Man kann das natürlich auch böse als unstet charakterisieren und es fällt mir schwer, das durch Argumente zu widerlegen.

Andererseits bin ich inzwischen alt genug, um zu wissen, daß es sich hier um eine grundlegende Eigenschaft meiner Person handelt, die sich nicht mehr wesentlich verändern wird.

Noch etwas ist mir aufgefallen: wenn ich mich an ein neues Projekt mache, entflammt in mir eine Leidenschaft, die mich motiviert und inspiriert. Wenn es mir also gelingt, immer wieder neue Aufgaben zu finden, bin ich viel effektiver und erfolgreicher als im Alltagstrott.

Insofern kann das Schreiben genau die richtige Aufgabe sein: immer neue Buchprojekte und selbst unterhalb dieser Ebene neue Protagonisten, neue Handlungsstränge, neue Wendungen und Überraschungen. Es gibt so vieles zu tun…

Berührungen

Diese unbeschreibliche Sensation: Haut auf Haut. Fremde Haut auf meiner Haut. Die Ungewißheit, was als nächstes geschieht. Wohin bewegt sich die andere Hand, die andere Zunge? Wie sanft oder kräftig? Zieht sie sich zurück oder intensiviert sie ihre Berührungen?

Nur ein anderer Mensch kann diese Empfindungen in mir auslösen.

Reihe

Eine Buchreihe bietet die Möglichkeit, die Entwicklung der Kerngeschichte über eine größere Strecke zu verfolgen. Für den Leser hat das den Vorteil, daß er keinen superdicken Wälzer mit 2.000 Seiten durcharbeiten muß, sondern in mehreren Abschnitten immer wieder neu mit der Geschichte und ihren Figuren in Berührung kommt.

Besonders gelungen finde ich in einigen neueren Fernsehserien (z.B. Die Brücke), wenn Nebenfiguren der einen Folge später den Hauptpart einnehmen. So habe ich noch mehr Veranlassung, konzentriert zuzuschauen und später den Wiedererkennungseffekt zu genießen.

Überhaupt mag ich es, in Büchern einer Reihe die Entwicklung der Protagonisten zu verfolgen. Vielleicht ist es das Gefühl, denjenigen schon lange zu kennen, das dies auslöst.

Probezeit

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es war, wenn ich als Kind oder Jugendlicher aus dem Kino kam: die Eigenschaften des Helden waren im dunklen Saal zu meinen geworden – ich war genauso mutig, stark und schlau wie sie. Mit festem Schritt und erhobenem Kopf verließ ich das Kino und stellte mich der Welt…

Mit meinen Figuren ist es ganz ähnlich: ich kann mich in sie hineinversetzen und mit ihnen Dinge erleben, die ich immer schon erleben wollte. Ich kann ausprobieren, wie es ist, ein A..loch zu sein oder auch ein Engel. Alles ist möglich – wie in Andreas Bouranis Song „Alles nur in meinem Kopf“.

Diese schier grenzenlosen Möglichkeiten bringen die Gefahr mit sich, daß ich mich verzettele. Dann ufert die Geschichte aus und der Leser langweilt sich. Ich versuche, beim Überarbeiten der Texte die Perspektive des Lesers einzunehmen und genau darauf zu achten, ob die Story für mich weiter interessant bleibt.

Denn das ist und bleibt mein Ziel: den Leser darauf gespannt zu halten, was auf der nächsten Seite erzählt wird.